Allgemeines
Yoga ist mehr als eine Folge von Dehnübungen. Das Wort stammt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie „verbinden“ oder „anjochen“. Gemeint ist die Verbindung von Körper, Atem und Geist. Entstanden ist Yoga in Indien als spiritueller Übungsweg. Heute rollen Menschen auf der ganzen Welt ihre Matte aus, um beweglicher, kräftiger und ruhiger zu werden.
Fast jede Yogastunde verbindet drei Dinge: Körperhaltungen (Asanas), bewusstes Atmen (Pranayama) und Entspannung oder Meditation. Wie stark die einzelnen Teile gewichtet werden, hängt vom Stil ab. Die Haltungen findest du unter Übungen, Atem und Stille unter Meditation.
Die bekanntesten Stile
Es gibt Dutzende Yogastile, viele davon sind Abwandlungen weniger großer Richtungen. Diese acht begegnen dir in Studios und Kursen am häufigsten.
Hatha Yoga
Ruhig und klassisch
Die Grundlage vieler moderner Stile. Die Haltungen werden einige Atemzüge lang gehalten, dazu kommen Atemübungen und eine Endentspannung. Ideal für den Einstieg.
Vinyasa Yoga
Fließend und dynamisch
Atem und Bewegung sind gekoppelt, die Haltungen gehen ineinander über. Keine Stunde gleicht der anderen, und man kommt schnell ins Schwitzen.
Ashtanga Yoga
Feste Serien, viel Kraft
Von K. Pattabhi Jois in Mysore geprägt. Jede Stunde folgt derselben Abfolge, die man mit der Zeit auswendig kennt. Fordernd und sehr strukturiert.
Yin Yoga
Lange halten, tief loslassen
Passive Haltungen im Sitzen oder Liegen werden drei bis fünf Minuten gehalten. Gut für Faszien, Gelenke und einen ruhigen Kopf.
Iyengar Yoga
Präzise Ausrichtung
Von B. K. S. Iyengar entwickelt. Großer Wert auf exakte Haltungen, dafür kommen Blöcke, Gurte und Bolster zum Einsatz. Sehr gut bei Rückenproblemen.
Kundalini Yoga
Atem, Mantra, Energie
Verbindet dynamische Übungen mit kräftigen Atemtechniken, Mantras und Meditation. Weniger Akrobatik, dafür viel innere Arbeit.
Hot Yoga
Üben in der Wärme
Bei rund 35 bis 40 Grad Raumtemperatur werden die Muskeln geschmeidig. Der Kreislauf wird gefordert, deshalb viel trinken und langsam anfangen.
Restoratives Yoga
Erholung pur
Mit Kissen, Decken und Bolster bequem gestützt, entspannt der Körper fast von allein. Genau richtig nach stressigen Tagen.
Die acht Glieder des Yoga
Der indische Gelehrte Patanjali beschrieb Yoga in seinen Yoga-Sutras als Weg in acht Stufen. Die Körperhaltungen sind dabei nur eine davon. Die Stufen bauen aufeinander auf und führen von außen nach innen.
- 1
Yama Umgang mit anderen
Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, nicht stehlen, Maßhalten und nicht gierig sein.
- 2
Niyama Umgang mit sich selbst
Reinheit, Zufriedenheit, Disziplin, Selbststudium und Hingabe.
- 3
Asana Körperhaltung
Ursprünglich ein stabiler, bequemer Sitz für die Meditation. Heute der bekannteste Teil des Yoga.
- 4
Pranayama Atemlenkung
Bewusstes Atmen, um die Lebensenergie (Prana) zu lenken und den Geist zu beruhigen.
- 5
Pratyahara Rückzug der Sinne
Die Aufmerksamkeit wendet sich von äußeren Reizen ab und nach innen.
- 6
Dharana Konzentration
Der Geist richtet sich auf einen einzigen Punkt, etwa den Atem, eine Kerze oder ein Mantra.
- 7
Dhyana Meditation
Aus der Konzentration wird ein ruhiges, ununterbrochenes Verweilen.
- 8
Samadhi Versenkung
Der Zustand völliger Einheit, in dem die Trennung zwischen Betrachter und Betrachtetem verschwindet.
Was Yoga bewirken kann
Beweglichkeit
Regelmäßiges Dehnen macht Muskeln und Faszien geschmeidiger. Die Fortschritte kommen langsam, aber sie bleiben.
Kraft und Haltung
Viele Haltungen arbeiten mit dem eigenen Körpergewicht. Das stärkt Rumpf, Rücken und Schultern und hilft gegen das Zusammensinken am Schreibtisch.
Gleichgewicht
Balancehaltungen trainieren die Tiefenmuskulatur und die Koordination. Das zahlt sich besonders im Alter aus.
Ruhe im Kopf
Studien deuten darauf hin, dass Yoga Stress senken, den Schlaf verbessern und Rückenschmerzen lindern kann. Ein Wundermittel ist es nicht, aber ein guter Begleiter.
So gelingt der Einstieg
Mit einem Kurs anfangen: Eine Lehrerin oder ein Lehrer sieht, ob die Haltungen stimmen, und zeigt Varianten. Viele Krankenkassen bezuschussen zertifizierte Präventionskurse.
Lieber oft und kurz: Zehn Minuten an fünf Tagen bringen mehr als eine lange Stunde im Monat.
Mit leerem Magen: Nach einer großen Mahlzeit besser zwei bis drei Stunden warten.
Auf den Körper hören: Dehnung darf sich intensiv anfühlen, Schmerz ist ein Zeichen zum Nachlassen. Niemand muss den Boden mit den Händen erreichen.
Ausrüstung: Am Anfang reichen eine rutschfeste Matte und bequeme Kleidung. Was später sinnvoll ist, steht unter Yoga-Hilfsmittel.
Die Informationen auf dieser Seite sind allgemeiner Natur und ersetzen keinen ärztlichen Rat. Wer Schmerzen, Verletzungen, Bluthochdruck oder eine Schwangerschaft hat, spricht vor dem Start am besten mit einer Ärztin oder einem Arzt.